Eine der berühmtesten Künstler- und Liebesbeziehungen der zeitgenössischen europäischen Literatur. Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei bedeutende Persönlichkeiten des deutschsprachigen Literaturschaffens, begegnen einander symbolisch in zwei dokumentarischen Ausstellungen. Ihr literarischer Werdegang und Lebensweg sowie ihre emotionale Begegnung werden mithilfe deren bewegenden Briefwechsels und literarischer Seiten von unvergleichlicher Kraft und Sensibilität dargestellt.
Das Österreichische Kulturforum und das Nationale Museum für Rumänische Literatur in Bukarest präsentieren zum ersten Mal in Kronstadt/Brasov die Ausstellung „SCHREIBEN GEGEN DEN KRIEG – INGEBORG BACHMANN 1926-1973“. Zu diesem Anlass bringen die Organisatoren auch die international erfolgreiche Literaturausstellung „PAUL CELAN – unter den Wörtern“ zurück, die den Kontext der Schriften der beiden Autoren und ihre seelische Verbindung hervorhebt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung „SCHREIBEN GEGEN DEN KRIEG – INGEBORG BACHMANN 1926-1973“steht der Band „Schreiben gegen den Krieg“, eine Sammlung wichtiger Texte von Ingeborg Bachmann, mit tiefen Bezügen und zeitgenössischen Bedeutungen. Die schriftstellerische Arbeit steht im Vordergrund, die ‚Politik’ der Texte genauso wie das direkte politische Engagement. Dahinter, mit Großaufnahmen visualisiert, liegt der geschichtliche Horizont der Kriegsschauplätze, gegen die sich das Werk behaupten muss. Erst im Kontext der Ausstellung publizierte Texte – wie das Kriegstagebuch aus dem Jahr 1945 -, und bisher unveröffentlichte Fotos sowie originale Tonaufnahmen von Ingeborg Bachmann aus dem Privatnachlass werden in dieser Ausstellung präsentiert. Im Rahmen der Ausstellung kann auch das letzte Film-Porträt Ingeborg Bachmanns („Ingeborg Bachmann in Rom“ von Gerda Haller, aufgezeichnet im Juni 1973) betrachtet werden, eine Art Testament der Dichterin, in dem sie ihre Utopie des „Ein Tag wird kommen …“ der fortwährenden Kriegs- und Gewaltgeschichte entgegenhält. Die Ausstellung wird kuratiert von Helga Pöcheim, basierend auf einem wissenschaftlichen Konzept von Hans Höller, mit Grafiken von Erika Thümmel. Die Übersetzung und Anpassung der rumänischen Version stammt von Monica-Maria Aldea.
Die in 10 Sprachen übersetzte Ausstellung „PAUL CELAN – unter den Wörtern“ ist eine der erfolgreichsten literarischen Wanderausstellungen in Europa. Sie wurde vom Österreichischen Kulturforum initiiert und wird in Zusammenarbeit mit dem Museum für Rumänische Literatur und der Universität Bukarest realisiert. Die Ausstellung vereint Dokumente aus den Archiven des Nationalmuseums für rumänische Literatur (Sammlung Alfred Margul-Sperber) und aus dem persönlichen Archiv von Petre Solomon, das von dessen Sohn, dem Filmemacher Alexandru Solomon, zur Verfügung gestellt wurde, und versucht, das kurze Leben des Dichters, Übersetzers und Essayisten Paul Celan zu erfassen, indem sie die wichtigsten Momente seines Lebens in den historischen Kontext einbettet.
Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14:00 bis 20:00 Uhr. Die Ausstellungen sind bis zum 31. Mai zu sehen.
Diese Doppelveranstaltung wird vom Österreichischen Kulturforum organisiert, dem Multikulturellen Zentrum der Transilvania Universität Braşov, dem Department für Literatur und Kulturwissenschaft der Philologischen Fakultät der Transilvania-Universität mit Unterstützung des Nationalmuseums für Rumänische Literatur Bukarest, des Goethe Institus, des Deutschen Kulturzentrums Kronstadt und des österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten