Deutsche Filmtage 2022

Identitäten, Gemeinschaften, Geschichten

Die diesjährige Auflage der Deutschen Filmtage in Kronstadt widmet sich den Themen Identität und Gemeinschaft, deren durchlässigen Grenzen und Überschneidungen und bringt eine Reihe von persönlichen und gemeinschaftlichen (Mikro-) Geschichten ans Licht, mit verschiedenen Verbindungen zum großen Narrativ, welches politisch, sozial  oder kulturell, lokal, national oder transnational geprägt ist.

Individuelle oder gruppenspezifische Narrative beeinflussen und werden beeinflusst, sie verweben und verflechten sich, bilden persönliche Biografien und Archive und helfen bei der Suche nach uns selbst. Sie schaffen eigene Antworten auf scheinbar einfache Fragen, wie: Wer bin ich? Wer sind wir? Wohin gehe ich? Und mit wem? Warum tun wir manche Dinge, die wir tun?

Das dreitägige Festival, welches vom 1. bis 3. Juli 2022 im Cinema Astra in Kronstadt stattfindet, beginnt am Freitag, den 1. Juli 2022 um 17:45 Uhr mit dem Film Walchensee Forever. In diesem Dokumentarfilm erzählt die Regisseurin Janna Ji Wonders auf beeindruckende Weise die Geschichte ihrer Familie, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt. Sie konzentriert sich dabei auf die Sicht der Frauen, von denen jede auf ihre Weise den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit trotzte, um ihre eigene Rolle in der Kette der Generationen zu entdecken.

Weitere Informationen zum Film Walchensee Forever finden Sie hier.

Nach Walchensee Forever folgt am Freitag, um 20:00 Uhr, der Film Männerfreundschaften. Eine innovative Kombination aus Spiel- und Dokumentarfilm – Rosa von Praunheims provokanter Film folgt Goethes prägender Reise nach Italien, eine Reise, die sowohl in Bezug auf die kulturellen Relikte antiker Zivilisationen, als auch auf einer Reihe besonderer Erfahrungen beruht. Eine Reihe von Begegnungen, Geständnissen und Überbleibseln skizzieren eine Persönlichkeit im Werden, die von einem Interesse an Selbsterkenntnis und Selbstfindung geprägt ist. Der Regisseur fragt insbesondere, welche sexuellen Erfahrungen Goethe während seiner Zeit in Italien gemacht hat.

Weitere Informationen zum Film Männerfreundschaften finden Sie hier.

Am Samstag, den 2. Juli 2022, wird im Gegensatz zum Freitag, der sich auf individuelle Zusammenhänge und Einflüsse konzentriert, 2 Filme gezeigt, die den tiefgreifenden Einfluss der sozialen und politischen Sphären auf die individuelle Sphäre aufzeigen.

Um 18 Uhr folgt der Film Der Verdacht. Karin, eine junge Frau aus der ehemaligen DDR, ist gefangen, einerseits in den Erwartungen ihrer Familie, dem sozialen und politischen Druck des Systems und deren Einmischung in ihre Privatsphäre sowie andererseits in dem Bedürfnis, ihre eigene Stimme und ihr Verhältnis zu Arbeit, Liebe und Gemeinschaft, der sie angehören möchte, zu finden. Welche Folgen ihre Entscheidungen haben und wie sie damit umgehen wird, ist eine Frage mit einer überraschenden Antwort.

 

Weitere Informationen zum Film Der Verdacht finden Sie hier.

 

 

 

 

Am Samstag, den 2. Juli um 20 Uhr, geht es weiter mit der Vorführung des Films Exit – Mein Weg aus dem Hass. Inwieweit und vor allem in welche Richtungen kann uns unser Umfeld beeinflussen? Jenseits von Ideen und Idealen zeichnet Karin Winther in ihrem selbstreferenziellen Dokumentarfilm die konkreten Handlungen und die sehr harten Konsequenzen der Beteiligung an den Aktionen extremistischer Gruppen auf. „Wenn man aussteigen möchte, braucht man Alternativen. Einen Ort, an den man hingehen kann oder eine Person mit der man reden kann. Sie brauchen eine neue Verbindung“, sagt die Regisseurin rückblickend. EXIT ist definitiv ihr Film. Die Geschichte überschreitet jedoch schnell den persönlichen Rahmen und enthüllt allgemeine Mechanismen der Radikalisierung.

Mehr Informationen zum Film Exit finden Sie hier.

Sonntag, der 3. Juli 2022, ist den Kurzfilmen gewidmet.

Die Kurzfilm-Auswahl „Emerging Artists – Contemporary Experimental Films and Video Art From Germany“, die um 18 Uhr gezeigt wird, gehört jungen und aufstrebenden Filmemacher*innen und Künstler*innen, die die Ahnenforschung der Bilder, ihre gegenwärtigen Möglichkeiten und ihren zukünftigen Wert analysieren und erforschen. Die Kurzfilme behandeln komplexe und vielfältige Themen, von der eigenen Körperwahrnehmung und die durch die Massenmedien geprägte Interpretation, über die Massenpsychologie, dem Nationalismus bis zur intimen Erinnerung und der Manipulation der Geschichte.

 

Mehr Informationen zur Auswahl „Emerging Artists – Contemporary Experimental Films and Video Art From Germany“  finden Sie hier.

 

 

Die Deutschen Filmtage Kronstadt 2022 werden vom Deutschen Kulturzentrum Kronstadt in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt Brașov, mit Unterstützung des Goethe-Instituts Bukarest organisiert.

Der Eintritt zu allen Filmvorführungen ist kostenlos, begrenzt durch die verfügbaren Plätze. Für Reservierungen senden Sie bitte eine E-Mail an guido.seidl@ccgbv.ro. Reservierungen sind bis 15 Minuten vor Filmbeginn gültig.

 

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