Fotoausstellung: Willy Römer: Alltagsleben in Berlin. Fotografien 1919 – 1933

Fotoausstellung 24.11.2017 – 18.02.2018 Kunstmuseum Kronstadt, B-dul Eroilor Nr.21 Vernissage Fotoausstellung: 24.11.2017, ora 14

Willy Römer begann 1903 eine Lehre in der ersten deutschen Presseagentur, der Berliner Illustrations-Gesellschaft; verschiedene Arbeitsverhältnisse in Berlin und Paris mit einer gründlichen fotografischen Ausbildung schlossen sich an. Von 1915 bis 1918 war er Soldat. Im November 1918 kam Römer zurück nach Berlin und übernahm von einem Kollegen die Firma „Photothek“. Unter dieser Bezeichnung erschienen von nun an seine Aufnahmen. 1920 verband sich Willy Römer mit einem Teilhaber, Walter Bernstein, der vor allem den kaufmännischen Teil der gemeinsamen Arbeit erledigte.

Das Lebenswerk entstand hauptsächlich zwischen 1905 und 1935, der Schwerpunkt lag in der Zeit von 1919 bis 1929.

Sein besonderes Interesse galt dem Leben auf der Straße. Er fotografierte Hofmusiker, Straßenhändler, Frauen im Elend der Inflationszeit, spielende Kinder, Warteschlangen vor dem Arbeitsamt, Familien sonntags im Park und andere Genreszenen. Gegenstand seiner Beobachtungen war Berlin als eine große Stadt in einer Zeit großer Umbrüche, nicht nur in der Politik. Hochhäuser aus Stahl und Glas entstanden neben mittelalterlich wirkenden Höfen und Gassen, archaisches Handwerk und industrielle Massenproduktion existierten nebeneinander, wie auch Pferdewagen, elektrische Trambahn und Automobil sich Konkurrenz machten. Als Chronist hielt Römer diese Eindrücke für die Nachwelt fest, so dass wir uns heute vom Berlin der Zwischenkriegszeit eine bessere Vorstellung machen können, wie sehr und vielfältig sich das Leben auf der Straße abspielte. Gerade das Handwerk, aus dessen Umfeld Römer stammt, hatte es ihm angetan; so dokumentierte er viele Handwerksberufe, von denen ihm bewusst war, dass sie am Aussterben waren, für die Nachwelt.

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